Gemeindebrief Dezember 2021 bis Februar 2022

Liebe Gemeinde,

wissen Sie eigentlich schon, welchen Christbaum sie heuer aufstellen? Eine Blaufichte, Rotfichte, eine Kiefer oder doch eine Douglasie, eine Korea-, Colorado-, Nobilis- oder Nordmanntanne? Die Auswahl ist groß, die uns geboten wird. Doch wozu zieren wir unsere Wohnstuben an Weihnachten mit geschmückten Nadelbäumen?

Eine Tannennadel hat's einmal auf den Punkt gebracht: Wie in jedem Jahr trafen sich die Christbäume vor Weihnachten zu ihrer Vollversammlung. Nachts, wenn die Menschen schliefen, konnten sie sich in Ruhe auf die Festtage vorbereiten. "Es wird immer trauriger", begann ein stämmiger Baum die Aussprache, "die meisten Leute wissen nicht mehr, warum sie uns aufstellen und schmücken. Sie singen zwar kräftig "Heut schließt er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis" - aber dass wir den Paradiesbaum, den Baum des Lebens darstellen, daran denkt kaum jemand." "Ganz richtig", ergänzte eine Christbaumkugel und kam sofort ins Rollen, "wer ahnt denn heute noch, das unsere Vorfahren Äpfel waren und dass wir die Früchte am Baum des Lebens repräsentieren? Je kunstvoller und schöner wir werden, desto mehr gerät unsere Bedeutung in Vergessenheit." Eine Kerze vergoss einige Wachs-Tränen und klagte: "Aber wir wollen, dass die Menschen an Jesus denken, wenn sie uns anzünden. Wer sich an ihm orientiert, dem geht ein Licht auf, der findet auch einen Weg durch die  dunklen Stunden - aber wem leuchtet das heute noch ein?" Schließlich meldete sich noch ein kleiner Strohstern zu Wort: "Wer mich in Ruhe betrachtet, könnte sich von mir sagen lassen: Du wirst immer einen rettenden Strohhalm haben, weil Jesus - das Kindlein auf Heu und auf Stroh - die Not und Armut mit dir teilt." So klagten die Christbäume noch eine Weile, bis endlich einer kleinen Tannennadel eine Idee kam: "Es nützt doch nichts, wenn wir traurig und schmollend in der Ecke stehen und die Zweige hängen lassen. Wir Nadeln könnten doch vorsichtig sticheln und anstacheln. Vielleicht spüren sie dann, dass wir eine Botschaft haben, die unter die Haut gehen will. Vielleicht werden sie dankbarer für das Leben, das Jesus ihnen neu schenkt. Vielleicht sehen sie manches in einem anderen Licht, vielleicht entdecken sie neu, wie wichtig der rettende Strohhalm des Glaubens für sie ist....." Wenn Sie also beim Aufstellen und Schmücken des Weihnachtsbaumes von einer kleinen Tannennadel gestochen werden: Nicht ärgern, nur wundern, was Ihnen ein Christbaum so alles erzählen kann! In diesem Sinne: Ihnen allen ein gesegnetes und frohes Weihnachtsfest! 

Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit
Pfarrerin Heidi Landgraf